Die EBSG freut sich über Miss Poppy im Klatschmohnkleid BLOG / #Alles im grünen Bereich

Der Sommer liebt Knallfarben. Du auch? Und hast du schon ein Selfie im Klatschmohnfeld gemacht? Klatschmohn ist Sommerkitsch pur, aber ist es nicht genau das, was wir an dieser Jahreszeit so lieben? Und wenn dann die Ferien starten, ist es auch aus anderen Gründen fein, den Klatschmohn in der Nähe zu wissen. Ich verrate Dir warum!

Vergängliche Schönheit

Feierst du auch mit der Mohnblüte ein bisschen das Leben und trauerst gleichzeitig ein wenig der rasch vergänglichen Momente nach? Noch nicht einmal ganz erblüht, sinken die ersten Blütenblätter auch schon wieder zu Boden. Den Wunsch, ein paar für die Vase zu pflücken, verdränge ich jedes Mal weil ich weiß, dass am Ende nur die Mohnkapseln in der Vase stecken.

Hast du diese Wildblume schon einmal von der Nähe betrachtet? Wenn die zwei behaarten Kelchblätter beim Öffnen der Blütenknospe wegfallen und sich dann die zarten, zusammen geknautschten, knittrigen Blütenblätter entfalten, ist das ein echtes Naturschauspiel.
Blätter und Stängel sind behaart und die Samenkapsel ist ein Kunstwerk, mit bis zu 5000 Samen, für sich. Die Samen sind nur 1 Millimeter groß und fallen ganz von alleine, mit Hilfe von Wind oder eifriger GärtnerInnen aus, wenn die Kapsel ganz trocken ist.
Das bedeutet, dass du dir ohne weiteres Samen vom Feld holen kannst und sie in deinem Garten oder in deinem Balkonkistchen in eine nährstoffarme, kalkhaltige Lehmerde streuen kannst.
Dann blüht dir im nächsten Jahr vielleicht der knallrote Sommer vor dem Fenster.

Die Samen sind, so wie bei allen anderen Mohnsorten auch ölhaltig. Für die Ölgewinnung und auch zum Backen mit Mohn werden jedoch hauptsächlich die Sorten Blau- und Graumohn verwendet. Alle Pflanzenteile sind nämlich schwach giftig, besonders aber der Milchsaft. Falls du Kinder hast, solltest du darauf achten, dass vom Klatschmohn nicht gekostet wird, weil das Erbrechen oder Bauchschmerzen hervorrufen kann. Wenn du Haustierbesitzer bist, ist es gut zu wissen, dass Klatschmohn vor allem für Hunde, Pferde und Katzen giftig ist.
Früher wurden Klatschmohnblüten  in Form eines Sirups gegen Husten und Heiserkeit und als Beruhigungsmittel für Kleinkinder, bei Schmerzen, Schlafstörungen und Unruhe genutzt. Aber einerseits gibt es angeblich keine wesentlichen Belege für die Wirksamkeit und andererseits stehen nach wie vor die Bedenken betreffend Giftigkeit im Raum. Deshalb kommt der Klatschmohn auch in meiner Hausapotheke nicht zum Einsatz.

Aber für die nahenden Sommerferien habe ich einen tollen Tipp für dich! Du kannst die Blütenblätter sammeln und im lichten Schatten trocknen. Das geht schnell und ist einfach. Und danach kannst du sie in einem Mörser zu Pulver vermahlen. Mit Wasser angerührt, ergibt dieses Blütenpulver eine herrliche Malfarbe, die du auch unbedenklich als Schminkfarbe auf Händen und Füßen verwenden kannst. Deine Kinder haben damit sicher viel Spaß!

Du kannst das leuchtende Rot der Blütenblätter auch frisch nutzen und eine Farbtinte herstellen. Auch dieses Rezept ist für Kinder sehr gut geeignet.
Pflücke 1 Hand voll Klatschmohn-Blütenblätter und fülle damit locker ein kleines Glas. Dann gib ca 100 ml Essig und 2 EL Zitronensaft dazu und schüttle das Glas. Lass den Ansatz einen halben Tag am hellen Fenster stehen und schüttle es hin und wieder damit alle Blütenteile bedeckt sind.
Danach kannst du die Blütenblätter abseihen und die rote Tinte in ein Glas füllen. Mit einer schräg abgeschnittenen Gänsefeder kannst du nun ausprobieren, wie es ist, mit Klatschmohntinte zu schreiben. Genauso hübsch sieht es aus, wenn du mit dieser Tinte ein Bild malst.
Ich habe dazu mit schwarzem Stift die „kleine Miss Poppy“ gezeichnet und ihr Kleid mit Klatschmohntinte angemalt.
Und wie sieht dein Bild aus? Wir freuen uns, wenn du es uns schickst!

Einen knalligen Sommer wünschen die Kräuterhexe und die EBSG!

Autor_in Uschi Zezelitsch
Diesen Artikel brachte Ihnen Uschi Zezelitsch

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