Die EBSG hat dein Quitten-Lieblingsrezept

Die Quitte duftet nicht nur verführerisch und schmeckt ganz köstlich, sie steckt auch voller Überraschungen.

Quitten passen mit ihrem spritzigen Gelb perfekt zu bunten Herbstfarben. Sie sind ein bisschen Retro und punkten mit Duft und alternativen Rezepten. Versüße dir deinen Herbst mit Quitten im Glas und hol dir dein Raumparfum direkt vom Baum.

Achtung, fertig, Ernte!

In den letzten Tagen bin ich auf der Lauer gelegen um den richtigen Zeitpunkt für die Ernte meiner Quitten nicht zu verpassen. Wenn du einen Quittenbaum besitzt solltest du deine Früchte nämlich am besten dann ernten, wenn die Farbe von grün auf gelb umschlägt. Das bedeutet, dass sie noch nicht ganz reif sind aber der Pektingehalt, der sich positiv auf die Darmtätigkeit und den Cholesterin- Haushalt auswirkt, dann besonders hoch ist. Pektin bindet außerdem Schadstoffe und transportiert sie aus dem Körper hinaus. Außerdem sind sie in diesem Stadium ein bisschen länger haltbar.

Die Quitte liegt als Winterfrucht wieder absolut im Trend. Die ursprüngliche Heimat des kleinen, Laub abwerfenden Baumes mit den wunderschönen Blüten befindet sich am östlichen Kaukasus. Bei uns wächst er überall dort wo sich auch Weintrauben und Birnen wohl fühlen. Sorten gibt es gut und gern 200 verschiedene. Alle sind essbar. Auch die Zierquitten! Nur roh sind sie alle ungenießbar. Aber weil es sowieso so viele herrliche Verarbeitungsmöglichkeiten gibt, ist das nicht tragisch.

Was ist eigentlich dein Lieblingsrezept mit Quitten?

Du hast noch keines? Vielleicht wirst du hier fündig. Meine Lieblingsrezepte sind die, bei denen ich die Früchte nicht schälen muss. Wenn du deine Quitten auch nicht schälen magst, reibe den Flaum ganz einfach mit einem feuchten Tuch ab. Schneide sie in Stücke und entferne das Kerngehäuse.
Tipp: Lege die Kerne zum Trocknen auf ein Stück Papier.

Dein Kernkraftwerk

Wenn ich Quitten verarbeite, bleibt praktisch nichts für den Kompost übrig. Die Schalen enden fast alle im Wäscheschrank oder in Duftschalen. Vor allem die Kerne stecken voller gesunder Überraschungen. Die lutsche ich bei Bedarf als Hustenbonbon. Aber sie können noch so einiges: Lässt man ca. 1 Esslöffel Quittenkerne für 10 bis 12 Stunden in 100 ml kaltem Wasser ziehen, entsteht der sogenannte Quittenschleim, der äußerlich aufgetragen bei Entzündungen, Wunden, rissiger Haut helfen kann, sowie innerlich bei Magen-Schleimhautentzündung (Gastritis), Darmentzündung, Rachenentzündung und Fieber lindernd wirken kann. Gegen Reizhusten sind Quittenkerne auf jeden Fall top! Aus den Blättern, der Frucht und den Kernen kannst du dir außerdem einen wohlschmeckenden, beruhigenden Einschlaf-Tee zubereiten.

„Engelsflügerl“

Wenn du viele Quitten aber wenig Zeit hast, kannst du dieses Rezept ausprobieren:
Reibe die Früchte ab und schneide sie in mittelgroße Stücke. Fülle ein großes Schraubglas bis zur Hälfte mit den Fruchtstücken und gib Zucker, eine aufgeschlitzte Vanilleschote, ein paar Gewürznelken, 1 Tonkabohne, 3 Orangenscheiben und 1 Anisstern dazu und fülle das Glas mit Wodka auf. Nach 3 Monaten Ruhezeit am Fensterbrett ist dein Quittenlikör zum Abseihen bereit.

„Christkindl im Glas“

Wenn du heuer an selbst gemachte Weihnachtsgeschenke denkst, kannst du erstens nicht früh genug beginnen und zweitens gelingen mit der Quitte exquisite „Engelsflügerl“- und „Christkindl“-Marmeladen.
Wie wär´s mit einer Kombination von Quitte mit Marzipan oder Rohkakao oder Blattgold oben drauf?

Du magst es lieber scharf?
Dann verkoche Quitten mit etwas Apfelessig, braunem Zucker, Balsamico-Creme, Chilipulver, Zwiebel und Rosinen zu einem Chutney.

Puristisch und zuckerarm?
Das kann die Quitte auch. Dünste sie, püriere sie, fülle das Mus in sterile Gläser und pasteurisiere die geschlossenen Gläser für 30 Min in einem Topf, der mit 10 cm Wasser gefüllt ist.

Quitten-Kosmetik

Deine Speisekammer ist schon voll und du rührst lieber selbst gemachte, grüne Kosmetik? Okay, wie wäre es mit einer Salbe aus Quittenschalen?
Quittenschalen und deren Inhaltsstoffe, verwöhnen spröde Haut in kalten Jahreszeiten besonders großzügig, schützen die Haut vor dem Austrocknen und haben wertvolle antioxidative Eigenschaften. Vor allem das in den Schalen enthaltene Wachs, macht deine Salbe zu einer tollen „cold cream“, die du zum Schutz vor Kälte verwenden kannst.
Du kannst dazu die Schalen einfach frisch pürieren, auf die gereinigte Haut auftragen und nach einer 20-minütigen Einwirkzeit abwaschen oder zu einer Salbe verarbeiten.
Gib  eine Hand voll Quittenschalen in einen Topf und bedecke die Schalen mit Kokosöl. Erhitze das Öl langsam und lass die Schalen auf kleiner Flamme 30 Minuten simmern, dann 1 Nacht lang rasten und dann wiederhole den Vorgang. Jetzt seihst du die Schalen ab und rührst in das sehr warme Öl 2 EL Bienenwachs ein. Wenn sich das Wachs aufgelöst hat, kannst du die Salbe in sterile Tiegel füllen. Schließe die Tiegel erst, wenn die Salbe fest ist damit das Kondenswasser entweichen kann und sich kein Schimmel bildet. Vergiss nicht auf das Beschriften!

Ein Rezept hab ich noch für dich. Wenn du einen Dörrapparat hast, wird dir das Rezept gefallen. Dünste die entkernten Quitten, püriere sie, rühre etwas Zimt und Vanillemark unter und streiche das Mus dünn auf. Es braucht ca. 7 Stunden bei 45 Grad C, bis daraus köstliches Fruchtleder wird, das du dann in Streifen schneiden und aufrollen kannst.

Los geht´s! Deine Quitten warten!

Viel Freude mit deinen eigenen Quitten-Schmankerl wünschen die Kräuterhexe und die EBSG!

 

 

Autor_in Uschi Zezelitsch
Diesen Artikel brachte Ihnen Uschi Zezelitsch

Zurück