Die EBSG schätzt: Erste Hilfe von Balkon und Garten

Kräuter und Gemüse sind manchmal die beste Erste Hilfe! Damit du für kleine Unfälle deine grünen Helferlein griffbereit hast, holst du sie dir am besten in dein Gartenbeet oder in dein Balkonkistchen.

Erste Hilfe vor der Haustüre

Du kennst das sicher: Eine Biene wehrt sich mit ihrem Stachel, die Gelsen übersäen dich mit Stichen, beim Rosen schneiden bleibt ein kleiner Dorn in der Haut oder du rutscht ein wenig mit dem Messer ab. Das Gute an diesen kleinen Unfällen ist: Die erste Hilfe wächst vor der Tür.

Wundklee, Spitz- und Breitwegerich, Beinwell, Gundelrebe, Thymian, Lavendel, Rose, roter Wiesenklee,…  Ich nenne sie liebevoll „Erste-Hilfe-Pflanzen“. Je nach Saison ist die eine oder andere im Garten oder – je nachdem wo das kleine Malheur passiert – auch draußen, in der Natur zu finden.

Gemüse hilft!

Insektenstiche, ganz egal ob von Biene, Wespe, Gelse etc. lassen sich mit vielen Pflanzen sehr rasch und effektiv behandeln. Auch mit Gemüse. Zwiebel, Kohlrabi, Knoblauch und Radischen stehen dabei an erster Stelle. Es sind vor allem ihre Senföle, die antibakteriell und entzündungshemmend wirken. Du schneidest einfach ein Stück ab und streichst mit der Schnittstelle über den Einstich. Der austretende Pflanzensaft kühlt sofort. Wenn du gleich reagierst, kommt es ziemlich sicher zu keiner Schwellung und der Schmerz lässt augenblicklich nach.

Pflanzenpflaster

Abschwellend und entzündungshemmend wirken auch viele Gewürzkräuter. Vorne mit dabei ist der Thymian, der Dost (wilder Oregano), Basilikum, Bohnenkraut, die Eberraute und die Zitronenmelisse. Alles was du tun musst, ist die Blätter zwischen den Finger zu reiben so dass ein wenig Pflanzensaft und die ätherischen Öle austreten können. Die zerquetschten Blätter kannst du dir dann direkt auf die entsprechenden Hautstellen drauf legen und danach dein Pflanzenpflaster öfter wechseln.

Zauberpflanzen

Kürzlich ist auf einer Liegewiese ein kleines Mädchen auf eine Biene getreten. Die Biene hat sich gerade an den Blüten des roten Wiesenklees gelabt. Gut, dass der Wiesenklee auch tolle Erste-Hilfe Eigenschaften hat. Ich habe ein paar Blüten zwischen den Fingern zerdrückt, dem weinenden Mädchen etwas von einer Zauberpflanze ins Ohr geflüstert und gehofft, dass der Wiesenklee sein kleines Wunder wirkt. Bingo! Fünf Minuten später bestätigte das Mädchen erstaunt: "Es tut wirklich nicht mehr weh!“

Im Anschluss gab es für das wissbegierige, kleine Fräulein eine Mini-Unterrichtseinheit in Sachen „Zauberpflanzen“ bei kleinen Verletzungen. Dabei habe ich auch die blutstillenden Eigenschaften der Schafgarbe gelobt. Die Schafgarbe konnte angeblich schon Achilles und seiner Ferse helfen. Ich verwende sie, wenn ich eine kleine, blutende Wunde oder Nasenbluten habe. Du musst auch in diesem Fall nicht mehr unternehmen, als die Blätter der Schafgarbe zerquetschen und direkt auf die Wunde legen, bzw. ein wenig davon vorsichtig und nicht zu tief ins Nasenloch schieben.

 

Wenn es brennt…

Das Backrohr und ich sind immer wieder auf Kriegsfuß. Ich bleibe beim Rausnehmen der Backbleche nicht selten an den Heizstäben „picken", was dann immer zu kleineren Verbrennungen führt. Da ist dann das Benetzen mit verdünntem Rosenessig oder auch das Auflegen von zerquetschten Rosenblütenblättern das beste Heilmittel. 

Kühlenden und schmerzlindernden Rosenblütenessig stellst du her, indem du an einem trockenen, sonnigen Tag ein Einmachglas bis zur Hälfte mit grob zerkleinerten Blütenblättern füllst und mit Apfelessig übergießt. Nach ca. 10 Tagen Ruhezeit ist der Blütenessig fertig. Er schmeckt übrigens auch als Salatmarinade oder als Erfrischungsgetränk, mit Mineralwasser aufgespritzt, herrlich.

Für die Behandlung von Sonnenbrand und Ähnlichem wird der Blütenessig mit Wasser 1:1 verdünnt und mit einem Pad aufgetragen oder ein Leinentuch damit getränkt und als Umschlag aufgelegt.

Was der Wundklee kann, verrät schon sein Name. Er ist eine hübsche, trockenheitsresistente Pflanze mit leuchtend gelben Blüten. Du kannst mit seinen Blütenköpfen gutes Heilöl oder auch eine Salbe herstellen. Wenn es schnell gehen soll, genügt es auch beim Wundklee, einfach die Blüten zu quetschen und zum Beispiel über Insektenstiche zu streichen.

Hast du eher Lavendel griffbereit? Auch toll! Lavendel beruhigt nicht nur deine Nerven und deinen Schlaf sondern auch deine Haut, wenn Rötungen oder kleine Schwellungen aufgetreten sind.

Get well!

Apropos Schwellung: Kürzlich bin ich nach einem Gewitterregen auf dem nassen Holz ausgerutscht und hab mir den Unterarm geprellt. Au weh! Ich habe es noch geschafft, mit der unverletzten Hand ein paar Beinwellblätter abzureißen, sie kurz in einem Geschirrtuch zu quetschen und dann mitsamt dem Tuch so schnell wie möglich auf die Prellung zu legen. Beinwell macht vor allem die Gebeine und alles was mit dem Knochenapparat und den Gelenken zu tun hat wieder gut. Solltest du auch eine Schürfwunde davon getragen haben, streiche direkt etwas Honig darauf. Die Beinwell-Auflage solltest du öfter wiederholen und zusätzlich etwas Kühlendes auflegen.

Selbst gemacht wirkt am besten!

Auch eine DIY- Kühlkompresse. Sie ist einfach herzustellen und wartet dann im Gefrierfach auf ihren Einsatz. Braue einen starken Tee aus Beinwellblättern und rühre in einen ¼ Liter heißen Tee, 2 EL Salz und 5 EL Maisstärke ein. Rühre die Zutaten im Topf auf der heißen Herdplatte so lange um, bis sich nach wenigen Minuten eine gelartige Substanz gebildet hat. Lass das Gel etwas auskühlen und fülle es in einen wieder verschließbaren Gefrierbeutel.
Mit diesen Tipps bist du hoffentlich für die nächsten kleinen Hoppalas gut gerüstet!

Alles Gute wünschen Dir die Kräuterhexe und die EBSG!

Autor_in Uschi Zezelitsch
Diesen Artikel brachte Ihnen Uschi Zezelitsch

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