Die EBSG schlägt vor: Kies ist das neue Gras

Dekorativ, mit mediterranem, fernöstlichem oder pannonischem  Flair und immer wieder anders – langsam setzt sich das echte Kiesbeet durch. Wenn du die Kombination aus Steinen und Pflanzen in dein Paradies integrierst, erzielst du mit wenig Aufwand zahlreiche dekorative Effekte, erleichterst dir die Gartenarbeit, machst Nützlingen die größte Freude und leistest deinen Beitrag zum klimafreundlichen Gärtnern.

In aller Munde

Gärtnern mit dem Klimawandel ist nach wie vor in aller Munde. Hast du auch manchmal das Gefühl, dass dich dieses „große“ Thema „Klima“ ein wenig ohnmächtig macht? Und stellst du dir auch ganz leise die Frage: „Was kann ich denn schon zu einer Verbesserung des Klimas beitragen?“ Ganz schön viel. Viele kleine Dinge. Und bekanntlich macht ja Kleinvieh auch Mist.

Die EBSG zeigte es kürzlich vor - in einer Wohnhausanlage in Leobersdorf wurde nicht nur ein wunderschöner naturnaher Spiel- und Generationengarten angelegt sondern statt der durstigen Rasenflächen mit den immer gleichen Hecken blühen jetzt  die ersten heimischen Trockenkünstler in Kiesbeeten auf den Freiflächen rund um die Anlage. Ein Traum!

Ein Kiesbeet ist kein Schotterbeet.

Es  trägt im Gegensatz zum Schotterbeet NICHT zur Erhitzung der Umgebung bei. Echte Kiesbeete sind eine echte Wohltat für  Mensch und Natur. Die Rasenflächen müssen nicht dauern mit wertvollem Nass gewässert werden damit sie grün bleiben und die Blühpflanzen in den Kiesbeeten bieten den Menschen etwas für das Auge und den Nützlingen Gutes zum Fressen.

Das Anlegen eines Kiesbeetes ist nicht schwierig. Trotzdem sind Tipps für das richtige Vorgehen wichtig. Hier sind die wichtigsten für dich:

Ein Platz in der Sonne ist das Beste

Sonne liebende Pflanzen mit geringem Wasserbedarf gedeihen besonders gut in einem Bett aus Kies. Diese sind pflegeleicht, viele davon duften, manche sind essbar oder für die Hausapotheke und grüne Kosmetik zu verwenden.

Das richtige Material

Kiesbeete bestehen an der Oberfläche aus einer mineralischen Mulchschicht. Diese schützt vor Verdunstung, Unkraut und Frost. Zusätzlich wird der Gartenboden mit Kies und Sand vermengt, sodass der Anteil an Erde höchstens 20 Prozent beträgt.  Der geschätzte Pflegeaufwand liegt bei etwa fünf Minuten pro Quadratmeter und Jahr und das Beet muss nur anfangs beim Setzen und später so gut wie nie gewässert werden.

Hier fühlen sich trockenheitsresistenten Pflanzen wohl. Es darf keine Staunässe entstehen sonst faulen die Wurzeln. Und die Erde darf nicht verdichtet sein.

Hat die Gartenerde einen hohen Anteil Lehm oder Ton, muss eine Schicht von etwa 30 Zentimeter abgetragen und der Boden aufgelockert werden. Ein Teil der Erde wird mit Kies und Sand vermengt, sodass das Substrat durchlässiger wird und weniger Nährstoffe enthält. Der Kies sollte etwa eine Körnung von 16 bis 32 Millimetern haben. Sandigem Gartenboden muss entsprechend weniger Sand und Kies beigemengt werden. Der mineralische Anteil sollte mindestens 80 Prozent betragen.

Als Mulchschicht ganz oben kannst du jede Art Zierkies verwenden.

Das Anlegen in einfachen Schritten:

  • Grasnarbe abheben ( mit einem Spaten abstechen, Grasnarbe eventuell für Komposthaufen oder Hochbeetfüllung verwenden)
  • Mutterboden ca 30 cm ausheben
  • Boden/Erde mit Kies ( Körnung 16-32 mm) und Sand vermengen und wieder einfüllen.
  • Samen streuen oder Jungpflanzen setzen
  • Vorsichtig eingießen
  • Mit Zierkies/Murmelkies (8 bis 16 Millimeter)…mulchen =abdecken (ca. 5 cm hoch) (empfohlen werden dabei weder rein schwarze noch rein weiße Steine)

Viele Pflanzen eignen sich für ein sonniges Kiesbeet. Klassisch werden Kiesbeete mit Halbsträuchern, Stauden und Ziergräsern bepflanzt.

Hol dir deine heimischen Lieblingspflanzen!

Wie wär´s mit:  Palmlilien, Bodendeckerrosen, Lavendel, Schlüsselblume, Eisenkraut, Fetthenne, Katzenminze, Ehrenpreis, Königskerze, Natternkopf, Quendel, Wiesensalbei, Margerite, Glockenblume, Schafgarbe, Astern, Spornblumen, Duftnessel, Rosmarin, Lavendel, Steppensalbei, Prachtkerze, Storchschnabel, Karthäusernelke, Thymian, Ziest,…?

Magst du Gräser lieber? Es eignet sich das Riesen-Federgras, Garten-Reitgras oder  das Orient-Lampenputzergras.

Du bist mehr für japanisches Flair?

Dann ist weniger mehr und es könnte dir der heilige Bambus, die japanische Säulen- Zierkirsche, der Zwergfieder, das Chinaschilf, der japanische Blumenhartriegel oder der Fächerblattbaum gefallen.

Du könntest sogar ein so genanntes feuchtes Kiesbeet anlegen.

Besonders attraktiv wirkt beispielsweise ein Bachlauf, der quer durch das Beet verläuft. Die Pflanzen, die in diesem Bereich zum Einsatz kommen, sollten auf einen leicht feuchten und humosen Boden ausgerichtet sein. Im feuchten Bereich der Anlage, der im Halbschatten liegt, wird das Substrat nicht mit zusätzlichem Schotter gemischt. Der Aushub kann an dieser Stelle beispielsweise mit herkömmlicher Erde ausgefüllt werden, solange du gewährleisten kannst, dass sich dort keine Staunässe bildet.

Für den feuchten Teil des Kiesbeetes kannst du zum Beispiel folgende Pflanzen verwenden: Pfennigkraut, Schachbrettblume, Sumpfschwertlilie, Scharfer Hahnenfuß, Kriechender Günsel, Blutweiderich oder die Dreimasterblume

 

Selbstverständlich bleiben zwischen den Steinen auch Blätter liegen oder es sät sich ein wenig Unkraut an. Das Unkraut lässt sich zwischen dem Kiesel ganz leicht heraus ziehen und für eine flüchtige Reinigung genügt es, mit dem Rechen über die Steine zu fahren.

Egal, für welche Form des Kiesbeetes und welche Pflanzen du dich entscheidest, es wird deinen Garten um ein dekoratives Highlight bereichern.

Einen bunten Mai wünschen Dir die Kräuterhexe und die EBSG!   

Autor_in Uschi Zezelitsch
Diesen Artikel brachte Ihnen Uschi Zezelitsch

Zurück