Die EBSG verschenkt "Gewürzschlehbeeren"

In den kommenden Wochen ist es wieder eine große Kunst, sich die Zeit gut einzuteilen. Damit sowohl Zeit zum Luft schnappen als auch Zeit zum Geschenke besorgen übrig bleibt. Ich hab für dich einen Tipp, wie du beides unter einen Hut bringen kannst. Spaziere zum Luftschnappen in die Natur und halte Ausschau nach Wildhecken. Dort findest du köstliche Zutaten für selbst gemachte Weihnachtsgeschenke. Hier gibt es gleich ein paar Rezepte dazu!

„Hexenkräfte“

Ich verschenke heuer die Früchte vom Schlehdorn. Zuerst stelle ich dir diese magische Pflanze einmal vor. Um diese Wildhecke ranken sich unter anderem viele Mythen. Sie wurde als Wetterprophet und zum Schutz vor böser Magie genutzt und man sagte sogar: "Wer an einem Freitag zu Vollmond 3 Schlehdornfrüchte isst, erlangt Hexenkräfte."

„Lebensraum und Nahrungsquelle“

Ich liebe diese Erntespaziergänge zwischen den undurchdringlichen, heimischen Wildhecken. Gemeinsam mit der wilden Rose und dem Weissdorn wächst der Schlehdorn bei uns auf sonnigen Hügelplätzen und an Waldrändern. Der Urgroßvater der Kulturzwetschke zählt zu den wichtigsten Wildsträuchern – auch  weil er für mehrere hundert Vogel- und Insektenarten schützenden Lebensraum und jede Menge Nahrung bietet.

„Beerenstark“

Während die weißen Blüten im Frühling in erster Linie zur Blutreinigung und Magenstärkung als Tee getrunken werden, steckt das Vitamin C in den Früchten. Mein Schlehenelixier – ein Sauerhonig mit den Beeren- setze ich in der Winterzeit als  allgemeines Stärkungsmittel ein. Das ist übrigens auch gefragtes Geschenk. Fülle dazu ein Schraubglas bis zur Hälfte mit angequetschten Schlehbeeren und übergieße sie mit einem Teil heimischen Honig und einem Teil unpasteurisierten Apfelessig bis das Glas ganz voll ist. Lass alle Zutaten 3 Wochen an der Fensterbank ruhen, seihe die Beeren ab und fülle deinen fertigen Sauerhonig in dunkle Flaschen. Du kannst es esslöffelweise oder mit Wasser aufgespritzt genießen. Du wirst es lieben! Den Geschmack und die Kraft, die dir das Elexier gibt.

Weil die Beeren auch zusammenziehend und entzündungshemmend wirken, kann man die Beeren auch bei Zahnfleischbluten und Zahnentzündungen wie Kaugummi kauen. Vor dem Geschmack roher Beeren muss ich dich allerdings fairerweise warnen: Sie schmecken sehr, sehr herb! Die Blätter ergeben einen guten Tee bei Blasen- und Darmkatarrh  und sogar die ausgekochte Rinde kannst du als fiebersenkenden Tee trinken. Früher hat man diese Abkochung sogar zur Bekämpfung von Malaria eingesetzt.

„Frost macht süß“

Der Schlehdorn ist in jedem Fall wieder ein herrliches Beispiel für die vielfältige Verwendung unserer heimischen Wildpflanzen – und dabei habe ich nicht einmal die Hälfte ihrer Vorzüge aufgezählt. Wenn du nun zu einem Sammel-Spaziergang aufbrichst, vergiss deine Handschuhe nicht. Die blauen, bereiften Beeren haben dornenartige Fortsätze als Beschützer in diesem Dickicht aus krummen, dicken und dünnen Ästen. Und du darfst ruhig an einem sonnigen Tag pflücken. Den Frost, der aus den herben Beeren schließlich süße macht, in dem er die Gerbstoffe verringert,  kannst du ja in deinem Gefrierfach nachholen.

Meine „Winterpercht“ ist unter dem Christbaum auch sehr begehrt. Es handelt sich um ein einfaches Likör-Rezept.

Fülle ein Schraubglas bis zur Hälfte mit angequetschten Schlehbeeren, 3 Scheiben einer Bio-Orange, einer aufgeschlitzten Vanilleschote, 3 Kardamomkapseln, 3 Gewürznelken, Zucker ( so viel wie du magst)  und übergieße die Zutaten mit 1/8 Liter Portwein, 1/8 Liter Aperol und dann mit Vodka bis das Glas voll ist. Normalerweise empfehle ich eine Ruhezeit von 3 Monaten damit der Likör so richtig gut schmeckt. Aber du kannst ja auch die Ansatzgläser verschenken, denn die schauen auch sehr hübsch aus.

Neben Schlehdorn-Likör, einer Marmelade und einer  süß-pikanten Schlehdorn- Wildsauce gehören die  „eingelegten Gewürz-Schlehbeeren“ zu meinen Lieblingsrezepten. Für den Sud kochst du 1/2 Liter Wasser mit ca 150 g ( 7 EL) Salz, 3 EL Zucker, 2 Lorbeerblätter, 1 kleine Zimtsange, 3 Stängel Bohnenkraut und Thymian und 2 Gewürznelken für 5 Minuten auf. Jetzt liegt es an dir wie du weiter vorgehen möchtest. Du kannst den Sud auskühlen lassen oder den heißen Sud verwenden. Wie meistens gibt es mehrere Rezeptvorschläge. Ich verwende den heißen. Ich teile die gewaschenen Beeren auf mehrere Gläser auf, in dem ich jedes Glas bis zur Hälfte damit fülle, gebe auch die Gewürze aus dem Sud mit dazu,  fülle die Gläser mit dem Sud auf und schraube sie zu. Jetzt müssen sie noch ein paar Wochen ruhen, bis sie essfertig sind. Sie passen gut zu Käse und Wurst  und meiner Meinung nach perfekt zu Gans und Wild.

Eine feine Adventzeit mit viel Freude beim Vorbereiten deiner Geschenke wünschen Dir die Kräuterhexe und die EBSG!

Autor_in Uschi Zezelitsch
Diesen Artikel brachte Ihnen Uschi Zezelitsch

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