Die EBSG setzt Pelargonien auf Balkonien BLOG / #Alles im grünen Bereich

Ob traditionell, mediterran oder gegen Insekten... Hast du auch schon deine Balkonkistchen startklar gemach? Mit den richtigen Materialien und Handgriffen zauberst du dir ein blühendes Balkonien bis in den Herbst hinein.

Ein Bad im Blütenmeer

Auch wenn das Wetter eine andere Sprache spricht; ich will nicht mehr warten! Ich brauche es bunt und das Ganze mit vielen Blüten und am allerbesten gleich vor dem Fenster. Die Balkonkistchen habe ich schon vor  Wochen aus dem Keller geholt. Täglich in die gähnende Leere zu schauen, stimmt mich gar nicht heiter. Deshalb mache ich mich auf den Weg zur Gärtnerei meines Vertrauens. Ich weiß, dass ich dort schon in einem Meer aus Blüten baden kann.

Geliebte „Muschkatl“

Wenn es um die Balkonkästen geht, greifen vor allem die Burgenländer und Burgenländerinnen immer noch als erstes zu der beliebten „Muschkatl“ und verwenden nach wie vor das ursprünglich aus Ungarn stammende Wort für Pelargonie das eigentlich „Muskatli“ heißt.
Seit dem Jahr 2005 gibt es außerdem die so genannte „Burgenland-Pelargonie“, eine eigene Züchtung, die speziell auf das heiße, pannonische Klima zugeschnitten ist.
Zu meinen Lieblingen gehören dagegen die duftenden Geranien, die eigentlich auch Pelargonien sind. Nachdem du jetzt wahrscheinlich so wie viele andere auch endgültig verwirrt bist, stelle ich dir die Pflanzenfamilie zunächst vor und versuche ein wenig Ordnung in die 280 Arten zu bringen.
Pelargonien sind eine faszinierende Pflanzenfamilie, zur Gattung der Storchschnabelgewächse gehörig und punkten mit einer großen Vielfalt an Farben und Wuchsformen. Der botanische Gattungsname ist aus dem griechischen Wort pélargos für „Storch“ abgeleitet und bezieht sich auf die storchschnabelartig verlängerte Form der Früchte.

Wilde Südafrikanerin

Die Pelargonie stammt ursprünglich aus Südafrika wo mehr als 200 Wildarten zuhause sind. Wahrscheinlich sind die Pflanzen im 17. Jahrhundert mit Kaufleuten nach Europa gekommen und mit ihnen die fälschliche Bezeichnung Geranium.
So wie die Pelargonien grundsätzlich in drei Gruppen eingeteilt werden können, leuchten auch in der Gärtnerei Trinkl die stehenden, die hängenden und die großblütigen Edelpelargonien – letztere kann man auch als Zimmerpflanze verwenden – in drei aufeinander folgenden Glashäusern um die Wette.
Obwohl ich eigentlich "nur" Duftblattpelargonien holen wollte, erliege ich nach wenigen Minuten dem Charme der liebevoll und chemielos aufgezogenen Muschkatln und kann nur hoffen, dass in meinem Auto genug Platz für alle ist.
Gut, dass noch nicht die gesamte Auswahl an Duftpelargonien eingetroffen ist. Sie sind eine Art Untergruppe und die wilde Form der weitverbreiteten Balkonpelargonien. Die Duftblattpelargonien erkennst du vor allem an den zierlicheren, unauffälligen Blüten. Das Außergewöhnliche an ihnen ist, dass ihre Blätter Drüsenhaare besitzen, die bei jeder Berührung – durch die Hände, durch Wind und Regen ihren Duft abgeben.


Mit gutem Duft gegen Insekten

Schon im Barockzeitalter haben die Menschen Kistchen vor den Fenstern mit Duftblattpelargonien bepflanzt um mit Hilfe des starken Duftes der Blätter Insekten fern zu halten. Während man in früheren Jahrhunderten weniger auf den Blütenschmuck als auf die Insektenabwehr geachtet hat, standen bei den späteren Züchtungen dann die Blüten im Vordergrund.
Ich bin ihnen regelrecht verfallen. Meine Pfefferminz-, Zitronen-, Orangen-, Rosen- und Colapelargonien bekommen heuer unter anderen von der Muskatnusspelargonie Gesellschaft. Dadurch, dass alle immer wieder einen Rückschnitt brauchen um nicht zu verholzen, fallen bei den Duftpelargonien für mich immer viele Zutaten für unterschiedliche Rezepte ab. Sie können beispielsweise als Badezusatz, Raumspray und sogar zum Aromatisieren von Speisen und Getränken verwendet werden.
Ich stelle jedes Jahr einen herrlichen Sirup aus Zitronen-, Orangen- und Minzpelargonien her.

Dazu nimmst du 4 große Hände voll zerkleinerter Blätter, gibst 1 Vanilleschote, 5 Zitronenscheiben und 1 kg Zucker dazu. Übergießt alles mit 1 Liter Wasser und lässt den Ansatz für ca. 30 Minuten auf kleiner Flamme simmern. Nach einer Ruhezeit von 12 Stunden, seihst du die Pflanzen und Gewürze ab, erhitzt den Sirup noch einmal und füllst ihn heiß in sterile Flaschen. Du kannst ihn 1:5 mit Wasser aufspritzen, oder deinen Prosecco damit verfeinern.

Rosengeranie lässt die Seele schaukeln

In Frauenkirchen im Seewinkel wird die Rosengeranie großflächig angebaut und zu 100% rein ätherischem Öl destilliert. Ihr Duft ist herrlich!
Und er wirkt ganzheitlich auf das Nervensystem, die Muskeln und das Gewebe ein. Rosengeranie kann dir helfen Ärger, Anspannung und Stress loszulassen und harmonisiert die Seele. Sie wird sogar erfolgreich zur unterstützenden Behandlung des Burnout Syndroms eingesetzt.
Sie ist außerdem antibakteriell, antiviral und herzstärkend, wirkt antiseptisch und entzündungshemmend und kann in einer Pflanzenölmischung zur Behandlung irritierter Haut und für die Pflege der Kinderhaut eingesetzt werden.
In Südamerika wird der Sud aus den Wurzeln bestimmter Pelargonien-Arten als wirksames Mittel gegen die Erkrankung der gesamten Atemwege eingesetzt. Die Pharma-Industrie stellt bereits nach diesem Vorbild ein Hustenmittel her.
Aber Achtung: für deine Haustiere (Hasen, Kaninchen, Meerschweinchen und Hamster) sind sie giftig!

So fühlen sich Pelargonien auf Balkonien wohl

Ich habe endlich alle neuen Blumenkinder gut nach Hause gebracht. Jetzt geht es ans Einsetzen. In alle vorbereiteten Balkonkistchen und Töpfe gebe ich zuerst ein paar Zentimeter Blähton für eine gute Drainage. Die Pelargonien nehmen dann, mit entsprechendem Abstand zueinander damit sie sich gut entfalten können, in torffreier, nährstoffreicher Erde mit einer kleinen Gabe Hornspäne und/oder Braunkorn Platz.
Du kannst sie auch mit mediterranen Pflanzen wie zum Beispiel Lavendel oder Rosmarin zusammen setzen. Dazu empfehle ich dir, die nährstoffreiche Erde mit etwas Quarzsand durchlässiger zu machen. Hornspäne, Braunkorn und verdünnte Brennesseljauche lieben alle Pflanzen. In der Hochsaison werden die Balkonblumen abwechselnd 1 x pro Woche mit einer kleinen Düngergabe verwöhnt. Und wenn du einmal vergisst oder keine Zeit hast, macht es auch nichts.
Pelargonien sind alle Sonnenanbeter und so sind sie auch nicht beleidigt, wenn du sie einmal nicht gießt oder düngst.

Angenehme Stunden auf Balkonien wünschen die Kräuterhexe und die EBSG!

Autor_in Uschi Zezelitsch
Diesen Artikel brachte dir Uschi Zezelitsch

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